Pflegestelle für Tierschutzhunde - Eine Herzensangelegenheit

Nachdem mein Fiete verstorben war, war für mich klar, dass ich selber als Pflegestelle Tierschutzhunden eine Chance auf ein richtiges Zuhause geben möchte. Denn unzählige Hunde warten weltweit in schlimmsten Bedingungen und manchmal jahrelang darauf endlich gesehen und adoptiert zu werden. 

Die Ausreise auf eine Pflegestelle ist meist die einzige Chance für diese Hunde auf ein glückliches Zuhause, bzw. die einzige Chance zu überleben. 

Mein Motto lautet daher:
 "Du kannst sie nicht alle retten - aber jeder einzelne zählt" 



Seit Sommer 2023 durften bereits zahlreiche wunderbare Hunde jeglichen Alters und Aussehen bei mir auf Zeit einziehen, das harte Leben als Shelter-Hunde hinter sich lassen und das erste Mal erleben, was ein Leben in Geborgenheit, Liebe und ohne tägliche Todesangst haben zu müssen, bedeutet. 

Hier findet ihr die Glücksfelle, die ich eine Zeit lang begleiten durfte, bis es für sie die richtige Zeit war, ihre Köfferchen zu packen, um dann in ihre tollen Für-Immer-Zuhause zu ziehen (oder vielleicht sogar bleiben durften ;)) 

Kaja


"Princess Diary" oder "ich packe meinen Koffer und nehme mit..."

Kaja kam im späten Sommer 2023 mit gerade mal 10 Monaten nach einer missglückten Adoption bei mir auf die Pflegestelle. Eine süße kleine Maus die nach den ganzen Strapazen die Welt nicht mehr verstand. Aber nachdem die ersten Ängste überwunden waren, zeigte Kaja sich hier schnell als sehr aufgeschlossener, verspielter Junghund, der nichts mehr liebte als ausgiebig zu kuscheln. Nach ca. 6 Wochen bei mir auf Pflegestelle konnte Kaja dann in ihr neues Zuhause ziehen, in der sie heute glücklich als Einzelprinzessin leben darf. 

Aber Kaja kam nicht alleine zu mir auf Pflegestelle, sondern brachte im Gepäck noch ein Extra-Bonbon mit....... ;)

Kaja an Tag 1 auf Pflegestelle

Kaja bereit für neue Abenteuer. 

Romy

"Einzug des Hauskoboldes" oder 

"Die Geschichte über das Versagen"

Zu der kleinen Kaja gab es tatsächlich noch eine Schwester, die auch dringend auf der Suche nach einer Pflegestelle war. Nach sehr kurzer Überlegung war ziemlich schnell klar, dass Romy zusammen mit Kaja bei mir einziehen darf. Ich muss gestehen, dass die beiden schon ordentlich Trubel in mein Leben gebracht haben, aber die Zeit mit den beiden zusammen hier, wird mir immer als was ganz Besonderes in Erinnerung bleiben.
Anders als ihre Schwester tat sich die kleine Romy aber ziemlich schwer mit dem Lernen von alltäglichen Dingen. Gefühlt ging es immer einen Mini-Schritt nach vorne und zwei wieder zurück. Hier wurde meine Geduld ordentlich auf die Probe gestellt, aber irgendwann klappte es sogar mit der Stubenreinheit und dem Nachts durchschlafen - zu meiner großen Dankbarkeit :)
Während sich bei Kaja schnell herausstellte, dass sie lieber der Solo Star unter den Hunden ist, suchte Romy immer viel Nähe und Unterstützung bei meiner Sookie, die sich wiederum mit großer Freude um den kleinen Pflegehund kümmerte. Hier brauchte es also potentielle Adoptanten mit viel Erfahrung und bestenfalls mit einem souveränen Ersthund. Als mich dann trotz langer und intensiver Vorgespräche, die einzige Interessentin für Romy einfach bei unserem Kennenlern-Termin versetzte, war ich ziemlich frustriert.
Dann schweifte mein Blick zu den Hundekörben und ich sah,  wie meine Sookie mit der kleinen Chaosqueen glücklich zusammen schlummerte und als beide zufrieden aufseufzten, ging mir das Herz auf und mir wurde klar:

Es hat sich das gefunden, was zusammengehört.
Ich wollte zwar eigentlich keine zweite Hündin hier dauerhaft haben und eigentlich war ich auch überzeugt, dass so ein Mini-Hund nicht zu uns passt, aber....
Hier war jemand gekommen, um zu bleiben. 
Und zwar für immer und es fühlte sich gut an.

Ich habe also als Pflegestelle versagt und 
so wurde aus Romy meine kleine geliebte Maggie .

Aus der schüchternen Romy wurde 

meine freche & selbstbewusste Maggie. 

Miro

"Kleiner Prinz auf Abwegen" oder "Nenn´es Schicksal"

Manchmal läuft es anders als geplant. Das war mit Miro so. Denn nachdem mein kleiner Fiete über die Regenbogenbrücke gegangen war und meine Sookie durch die Trauer sehr stark abbaute, wollte ich eigentlich den kleinen Miro direkt aus Rumänien adoptieren. 
Da es ihm im öffentlichen Shelter sehr schlecht ging, hatte sich vor Ort eine private Pflegestelle bereit erklärt, den kleinen Miro bis zu seiner Ausreise aufzunehmen. Von dort aus entwischte er leider und wurde auch trotz intensiver Suche nicht mehr gefunden. So verging die Zeit und irgendwann kam die Anfrage, ob ich die kleine Kaja - und somit auch Romy aka Maggie auf Pflege nehmen könnte. Da für Miro leider nur noch wenig Hoffnung bestand, sagte ich natürlich zu. Ich versprach aber gleichzeitig, dass Miro - egal wann, wo oder in welchem Zustand er jemals gefunden werden sollte - er ein warmes Körbchen bei mir sicher hat. 
Die Wochen vergingen, keine Sichtung oder Meldung von Miro, ich verlor´ die Hoffnung auf ein Happy End und adoptierte schließlich irgendwann die kleine Maggie. 
Dann das Unfassbare. Keine 24 Stunden später, nachdem ich den Adoptionsvertrag für Maggie  unterzeichnet hatte, kam die Meldung, dass Miro plötzlich wie aus dem Nichts wieder bei seiner rumänischen Pflegefamilie im Garten stand. 
Da der Umtausch von Maggie natürlich ausgeschlossen war, sollte der kleine Miro wenigstens zu mir auf Pflegestelle reisen, um ihm dann sein neues Zuhause zu suchen. Ein Gedanke, der mich etwas nervös machte, da ich ihn ja bereits  als meinen eigenen neuen Hund gesehen hatte und ich Sorge hatte, dass ich ihn nicht wieder gehen lassen konnte. 
So kam der kleine Miro zerzaust und abgemagert zu mir und war so süß und liebenswert wie man es sich nur vorstellen konnte. 
Aber .... er passte einfach nicht zu uns. 
Sookie tolerierte seine Anwesenheit, aber vermied jeden unnötigen Kontakt. Sie fand ihn einfach uninteressant und zeigte das auch deutlich. Dazu sind Sookie, Maggie und ich sehr bewegungsfreudig und lieben lange Ausflüge. Miro mochte wohl Spaziergänge und seine kleine Zoomies waren einfach zu niedlich, aber nach der langen Zeit auf der Straße und im dreckigen Shelter, zog er das Leben in der Nähe einer Couch vor und brauchte nun auch nicht mehr ganz soviel Action. 
Kurzum; Miro wurde von einer lieben Familie adoptiert und wird heute verwöhnt und geliebt, wie er es verdient. 
Aber, wäre er damals gleich so direkt zu mir gekommen ohne seine Umwege, dann wäre er ganz klar hiergeblieben. Wir hätten uns hier sicherlich auch alle miteinander arrangiert, aber ich hätte nie den Zauber einer richtigen Hundepartnerschaft erlebt, so wie es bei meiner Sookie und meiner Maggie heute ist. Das war einfach Schicksal.
Das Leben schreibt die schönsten Geschichten. 
Danke Miro. 

Aus krank, verdreckt und hoffnungslos....

wurde ein süßer Frechdachs, der mit seinem Blick alle verzauberte. 

Struppi 

"I´ll be watching you" oder "Oh Tannenbaum"

Neben Miro ist mir damals ein Hund bei den ganzen Shelter-Fotos ganz besonders aufgrund von seinem intelligenten Gesichtsausdruck aufgefallen. Der kleine Struppi. Da er neben Miro für mich selber ein Kandidat zur Adoption nach Fietes Abschied gewesen wäre, wollte ich ihm auch die Chance geben, den dreckigen und gefährlichen Zwingern im öffentlichen rumänischen Shelter zu entfliehen, um hier ein neues Zuhause zu finden. 
Als Struppi hier auf Pflegestelle angekommen ist, fiel sofort auf, dass er gar nicht so verängstigt unsicher war, wie man es am Anfang erwarten würde, sondern, dass er sich gleich ganz ruhig in seine Box setzte und erstmal alles genau beobachte. Mir fiel auf, dass er vor allem ganz besonders darauf achtete, wie Sookie und Maggie mit mir umgehen, bzw. wie sie auf mich reagieren. Nachdem er registrierte, dass meine Hunde hier sehr entspannt und angstfrei leben, war auch das erste Eis zwischen uns gebrochen und er hat sich hier sehr schnell in den Menschen-Alltag eingewöhnt. Stubenrein war er innerhalb von 24 Stunden - ein kleines Malheur gab es nur zur Weihnachtszeit, als ich ganz stolz meinen Tannenbaum in der Stube aufstellte - und Struppi das Angebot der neuen "Indoor-Toilette" sehr gerne angenommen hatte. Warum stellt man auch ansonsten einen Baum in´s Haus, wenn man den nicht markieren darf?! Mein Fehler :D

Nach sieben gemeinsamen Wochen durfte Struppi dann zu seinen neuen Lieblingsmenschen ziehen, die er sich tatsächlich selber und sehr deutlich ausgesucht hatte und die sich heute mit sehr viel Herzblut um den kleinen Einstein kümmern. Danke. 

"Hilfe, wo bin ich hier denn gelandet? Alles ist so neu und anders. Das muss ich mir erstmal in Ruhe ansehen...."

"Die Menschen sind lieb, die anderen Hunde sind nett, das Futter schmeckt gut und die Schlafplätze sind so kuschelig. Das gefällt mir sehr gut!" 

Lucky 

"Hilfe, jetzt haben wir ein Riesen-Baby" oder "Glücklich im zweiten Anlauf"

Stell` Dir vor, du wächst in einer Welt auf, die winzig klein ist. Beschränkt durch rostige Gitter und der Boden ist immer nass und verdreckt. Es ist furchtbar laut und die Gerüche beißen dir in die Nase. Du hörst die anderen Hunde rufen, um Hilfe schreien und manche verstummen für immer.  Deine Mama ist da, sie wirkt immer angespannt und gestresst, aber sie versucht auf dich und deine Geschwister aufzupassen und sie hat es geschafft, dass ihr eure ersten Wochen überlebt. Was hier schon ein kleines Wunder ist. Ab und zu kommen kurz Menschen vorbei. Manche sind nett und geben euch Futter und Wasser - andere sind nicht so nett. Der Zwinger wird immer enger. Die Plätze sind begrenzt. Du wirst hier nicht lange überleben, aber das weißt du nicht. Denn das hier ist alles was du kennst. 
Deine ganze kleine Welt. 

Auf einmal kommen euch öfters Menschen besuchen. Sie sind ganz aufgeregt und glücklich und sagen, dass du es bald geschafft hast. Du verstehst ihre Worte nicht, aber freust dich, weil sie sich freuen. Dann nehmen sie dich mit. Weg von Mama und von deinen Brüdern und Schwestern. Du wirst gestreichelt und getröstet, als du in einer kleinen Box sitzt und du auf dem langen Weg in ein neues besseres Leben bist. Aber du verstehst es nicht. Du kennst nur das eine Leben im Shelter mit deiner Familie. Jetzt bist du allein und du hast Angst. Große Angst. 

Lucky wurde von netten Menschen adoptiert und kam trotzdem relativ schnell zu mir auf Pflegestelle.
Manchmal möchte man sich lieben und so sehr alles richtig machen, aber man versteht einfach die Sprache des anderen nicht. Das tut weh. Beiden Seiten. Denn ein Hund versteht nicht, dass die Welt jetzt "besser" ist. Die Welt ist anders und fremd und die muss man langsam gemeinsam neu entdecken. Mit Geduld und Empathie.

Aber das hier soll keine traurige Geschichte sein, denn Luckys Name war hier Programm und alles was Lucky brauchte war ein kleiner Re-Start.  
Niemals werde ich vergessen, wie sich bei der Zusammenführung im Garten, meine sensible Sookie dem kleinen zitternden Angstbündel genähert hat und ihn sanft angestupst hat. Sofort fiel die ganze Anspannung ab und innerhalb von ein paar Minuten tollten hier drei Hunde fröhlich rum. Auch Maggie freute sich sehr über den neuen Spielfreund und den beiden beim toben zuzusehen, war die reinste Freude. Auch auf mich stürmte er auf einmal freudig zu und wir haben das erste gemeinsame Kuscheln sehr genossen. 

 Dann begann die Suche nach einem neuen Zuhause. Lucky war sehr menschenbezogen, aber man merkte, dass er sich bei Männern sicherer fühlte, als grundsätzlich bei Frauen. Nichtsdestotrotz hatten wir hier eine sehr innige Beziehung.  Dazu liebte es der kleine Mann bei Spaziergängen innezuhalten und alles zu beobachten.  Am liebsten Kühe oder Pferde auf einer Weide. Das in seinem Genpool auch mal ein Herdenschutzhund mitgemischt hat, konnte er definitiv nicht leugnen. 

Es dauerte nicht lange, bis Luckys "Perfect Match" vor der Tür stand: 
Ein junger Mann mit großen eingezäunten Garten zuhause, mit ganz viel Empathie für Tiere, der einen Gefährten suchte, der ihn auch beim Angeln begleitet. 
Was wünscht sich ein kleines Hundeherz mehr?!

Mit einem neuen Namen ist Lucky dann nach zwei Wochen Pflegezeit in ein glückliches Leben gestartet.
"Be happy, kleiner Cowboy. Always." 

Wenn deine ganze Welt ein  winziger verdreckter Zwinger ist, den du mit Mama und deinen  Geschwistern teilst....

... dann musst du erstmal verstehen, dass die Welt viel bunter und aufregender ist, als du es dir jemals vorstellen konntest. Gut, wenn man Freunde hat, die dir alles zeigen <3

Pauli

"der seltsame Fall des Benjamin Buttons" oder 
"Na na na na na na na na .... BATMAN!"

Als ich die ersten Fotos von Pauli im Shelter sah, war mir sofort klar: der muss da raus! Ein älterer schwarzer Hund, der in geduckter Haltung durch den Zwinger schleicht aus Angst vor Angriffen und sich verzweifelt an die Tierschützer klammert - da blutet mein Herz, vor allem mit dem Wissen, dass er alleine durch seine Fellfarbe kaum eine Chance dort auf Vermittlung hat. Ich liebe Hundesenioren und gerade ältere Hunde verdienen es so sehr endlich ein Zuhause zu bekommen. 
Ich hoffte inständig, dass Pauli die Zeit bis zur Ausreise gut übersteht und zum Glück durfte ich den kleinen Schatz dann im Juni 2024 am norddeutschen Übergabetreffpunkt spät in der Nacht in Empfang nehmen. 
Müde und erschöpft vom langen Transport hat sich Pauli erstmal ausgeschlafen. Am nächsten Tag war dann das erste Bad mehr als überfällig. Dann die erste Überraschung: Unter dem ganzen Dreck und dem grauen Staub aus dem Shelter kam ein wunderschönes glänzendes schwarzes Fell zum Vorschein. Die blitzenden weißen Zähne zeigten, dass der vermeintliche ältere Geselle doch noch ein recht junger Hüpfer ist. 
Auch die geduckte ängstliche Haltung wurde schnell aufgegeben und als zum ersten Mal die Öhrchen aufmerksam aufgestellt wurden - Pauli hatte schnell raus, dass es hier schmackhafte Leckerlies gibt - musste ich sehr lachen, denn auf einmal stand hier eine kleine Fledermaus vor mir. Der Check bei unserem Tierarzt bestätigte es auch noch einmal: Pauli war erst ca. 1 Jahr alt. 

(Anmerkung: in seinem rumänischen Pass stand ebenfalls, dass er noch sehr jung ist, aber aufgrund von seinem Erscheinungsbild wollte ich das nicht so ganz glauben. Hier sieht man, wie sehr der Stress im Shelter den Hunden zusetzt und sogar junge Hunde wie Greise wirken lassen.)


Pauli hat mir wieder mal bewiesen, wie optimistisch und aufgeschlossen Hunde sein können, auch wenn sie aus den schlimmsten Verhältnissen kommen. War der erste Spaziergang an der Leine noch die reinste Katastrophe - konnte ich bereits nach 24 Stunden mit allen drei Hunden zusammen laufen gehen. Auch im Haus war Pauli unfassbar angenehm. Das die Geschäfte draußen gemacht werden, war von Anfang an klar und auch mit Alltagsgeräuschen wie dem Staubsauger gab es nie Probleme. Als wenn Pauli schon immer in einem Zuhause gewohnt hätte....
Ganz besonders vernarrt war Pauli in seine Box. Schnell hatte er raus, dass diese nur ihm gehörte und auch Sookie und Maggie diese nicht in Beschlag nehmen durften. So war Pauli auch hier der erste Hund, der lieber alleine unten in der Küche in seiner geliebten Box schlief, als gemeinsam mit uns im Schlafzimmer. Ich weiß gar nicht wie oft ich in den ersten Nächten aufgestanden bin, um leise in die Küche zu schleichen, um zu schauen, ob alles ok bei ihm ist. Aber ein laut schnarchender Hund, der selig auf dem Rücken schläft, hat mich dann auch überzeugt, dass er einfach den Komfort und die Sicherheit der Box genießt, um endlich gefahrlos schlafen zu können. 
Nach drei Wochen bei mir auf Pflege ist Pauli zu seiner neuen, wunderbaren Familie gezogen. Der Abschied von Pauli war für mich sehr emotional, aber zu wissen, dass dieser wunderbare Hund, heute ein geliebter Familienhund sein darf, erfüllt mich mit tiefer Zufriedenheit. 
Danke, mein lieber kleiner Pauli für die gemeinsame Zeit!


Wieviel Traurigkeit kann ein Hund ertragen? 

Meine süße kleine Fledermaus! 

Buffy 


"Ein kleines Winter-Weihnachts-Märchen" oder "I came it like a Wrecking-Ball"

Stellt euch vor ihr liegt abends im kuscheligen warmen Bett. Ihr scrollt noch ein wenig durch euer Handy bevor ihr schlafen möchtet. Dann seht ihr auf einer rumänischen Facebook-Seite den Post um ein kleines Hundemädchen, was seit mehreren Tagen auf einem Supermarktplatz auffällt, weil es sich dort vor Verzweiflung an den Menschenbeinen klammert. Es ist bereits bitterkalt draußen, aber das kleine Hundekind bekommt keine Hilfe. 
Du versuchst zu schlafen, aber du bekommst die Bilder nicht aus dem Kopf. So eine traurige Welt - aber du weißt, dass dieser kleine Hund kein Einzelschicksal ist. "Du kannst sie nicht alle retten..... aber hey! man kann es wenigstens versuchen....!"
Ich habe den Tierschutzverein "Best Buddies e. V." um Hilfe gebeten -  wohlweißlich, dass die Möglichkeiten begrenzt sind -  und mich als Pflegestelle für die Kleine angeboten. Mit ortsansässigen Tierschützern hat "Best Buddies" es möglich gemacht, dass der kleine Hund, den wir nun Buffy tauften, bis zur Ausreise einen sicheren Platz bekommt und medizinisch betreut wird. 

Anfang Dezember 2024 wurde mir dann meine kleine Buffy nachts mit dem Transporter direkt nach Hause gebracht. Obwohl die Augen vor Angst noch größer waren als normal, schmiegte sich die kleine Maus ganz eng an mich. Da es bereits spät in der Nacht war, bezog Buffy - nach einer kleinen Stärkung und dem ersten Lösen - direkt ihre extra warm und weich ausgestattete Box und Sookie, Maggie und ich bezogen unser Nachtlager bei ihr, damit sie sich nicht alleine fühlt und auch damit meine Hunde bereits mit ihrer Gegenwart vertraut werden. 

Die erste Nacht war für mich von wenig Schlaf geprägt - was normal ist, denn die meisten Hunde sind bei ihrer Ankunft sehr verängstigt und unruhig - Buffy allerdings rollte sich zufrieden in ihr weiches Bettchen, knurrte einmal deutlich in Richtung von Sookie und Maggie, um klarzumachen, dass sie bitte in Ruhe gelassen werden möchte und schnarchte innerhalb  von weniger als 5 Minuten in einer Lautstärke, dass sogar gestandene Holzfäller nach einer durchzechten Nacht vor Neid erblassen würden. Da war jemand zufrieden :D

Buffy musste sich noch ein wenig gesundheitlich von den vergangenen Strapazen erholen, aber blühte hier bereits seit Tag 1 komplett auf. Ich habe selten so einen herzlichen und verschmusten Hund erlebt wie Buffy. Ich gehe fest davon aus, dass sie bereits in einem Haus gelebt hatte und dann wahrscheinlich vor die Tür gesetzt worden ist. Ich habe jeden meiner bisherigen Pflegehunde sehr ins Herz geschlossen, aber in Buffy war ich regelrecht verknallt. Sie war so liebesbedürftig und anpassungsfähig und gleichzeitig eine richtige kleine Abrissbirne, die alles umnietete, was sich ihrer Lebensfreude in den Weg stellte. Wie eine kleine Kanonenkugel schoss Buffy sich in unser Leben. Naja, zum Teil wenigstens, denn.....
Klein-Maggie war über den neuen Besuch überhaupt nicht erfreut. Das ist sie im Übrigen am Anfang nie, aber nach zwei Tagen gewöhnt Maggie sich in der Regel an den neuen Hund ohne Probleme. Gegen Buffy zeigte sie aber eine vorher nie dagewesene deutliche Abneigung. Zu laut, zu penetrant, zu wild - eigentlich brauchte Buffy nur ausatmen, damit Maggie hier anfing wild rumzuzicken. Maggie war zutiefst eifersüchtig und sie versuchte sogar "ihre" Sookie vor dem kleinen Eindringling abzuschirmen. Aber es ist immer gut, wenn man seine Pappenheimer kennt:  Der Zickenterror dauerte ca. zwei Wochen und pünktlich zum Weihnachtsfest stand Maggie morgens auf, marschierte zu Buffys Platz und kuschelte sich an sie. Ab da gab es hier nur noch Team "Double-Trouble". Wo eine Buffy war, war auch eine Maggie und die beiden haben hier die ein oder andere wilde Spiel-Party veranstaltet. 

Kann man etwas was man so tief im Herzen hat wieder hergeben? Diese Frage musste ich mir in den Wochen immer wieder selber stellen, denn wir alle liebten Buffy mittlerweile sehr. Es war eine klare Kopf gegen Herz-Entscheidung, die ich treffen musste,  denn drei eigene Hunde passen nicht in mein Leben
 ... und noch viel wichtiger: ich müsste dann die Pflegestelle hier aufgeben und somit vielen weiteren Buffys, Paulis, Struppis usw. die Chance nehmen, ein neues Zuhause zu finden. 

Zum Glück gab es bereits eine liebe Familie, die sich schon für Buffy interessiert hatte, bevor sie nach Deutschland ausgereist war. Nach mehreren Treffen, wo auch der bereits vorhandene Hund dabei war, stand einer Adoption nichts mehr im Wege. Nach den Silvestertagen zog "meine" kleine Buffy in ihr wunderbares neues Zuhause. Heute wird sie verwöhnt und geliebt und hat die Zeit auf der Straße hoffentlich schon vergessen.

Für mich wird Buffy immer etwas ganz Besonderes bleiben. 
Mein kleines starkes Bärenmädchen .

Ankunft in ein neues Leben. 
Wo man so gekuschelt wird, muss es doch gut sein, oder?

Mein süßes kleines Bärenmädchen. Buffy hat wirklich alle hier verzaubert. 

Gizmo

Ein kleines Monster oder doch der Märchenprinz?

 

Mein kleiner Prinz Charming hat es in seinem bisherigen wirklich nicht leicht gehabt und die körperlichen Spuren seiner harten Vergangenheit sah man dem traurigen 8-jährigen Rüden auch sofort an, bzw. man konnte es förmlich riechen. 
So war sein Fell im hinteren Bereich bis auf die Haut  verfilzt, die Krallen überlang, das Gebiss eine Katastrophe  und ein Vorderbeinchen komplett krumm und schmerzhaft. Mit einem ausgiebigen Bad, einer resoluten Schur und einer feinen Maniküre konnte ich wenigstens schon etwas Abhilfe schaffen, aber mit dem Beinchen und den Zähnen mussten wir dringend zum Tierarzt. 
Die Zähne wurden auch so schnell wie möglich saniert, aber die Röntgenbilder zeigten eine traurige Realität: Gizmos Bein war schon vor vielen Jahren gebrochen und ist dann schief zusammen gewachsen. Die Schmerzen müssen für den tapferen Kerl unerträglich gewesen sein. Das Bein operativ zu richten, würde Gizmo heute aber leider keinen Vorteil mehr bringen, daher haben wir uns dagegen entschieden, denn Gizmo soll sein neues Leben genießen und keine Zeit mehr mit unnötigen Post-operativen Stress verschwenden. Mit einer durchdachten Schmerztherapie, Muskelaufbau und Hundephysio konnte Gizmos Mobilität schnell wieder hergestellt bzw. stabilisiert werden. 
Mittlerweile genießt der kleine Prinz sein Leben in vollen Zügen. Gizmo flitzt mit seinen drei voll funktionierenden Beinchen durch die Gegend als gebe es kein Morgen mehr. Die Augen leuchten, dass Fell wächst langsam und glänzend nach und der Appetit  ist riesig. Für gutes Futter, neue Abenteuer und für eine Schmuse-Einheit ist Gizmo immer zu haben und fordert diese auch gerne mit einem so süßen Glucksen ein, dass man sofort dahinschmilzt. 
So konnte er auch leicht seine tolle Adoptantin um den Finger wickeln, die doch eigentlich "nur mal zum gucken" gekommen ist ;)
Aber es kommt immer das zusammen was zusammen gehört und bei Mensch & Hund war es Liebe auf dem ersten Blick. 

Nie zuvor in meinem Leben habe ich auf Spaziergängen so viel gelacht, als auf den Spaziergängen mit Gizmo. Seine Lebensfreude ist so ansteckend gewesen, dass das Herz gelacht hat. Gizmo hat mich daran erinnert, dass es egal ist was vorher war - auf das jetzt kommt es an!
Danke Gizmo

Scarlett

 Die kleine Scarlett ist als Welpe in einem rumänischen Tierheim aufgewachsen. Zusammen mit ihren Geschwistern hat sie als Baby den harten Winter im Shelter überstanden, sowie den zahlreichen Krankheiten wie Parvo getrotzt, an dem dort die meisten Welpe leider versterben.
Mit knapp 10 Monaten saß das agile kleine Hundemädchen nun im öffentlichen Shelter mit vielen anderen Hunden und ihre Chancen für eine Vermittlung standen bei so ziemlich 0 Prozent.
Denn so ziemlich ohne menschliche Kontakte und Fremdeinflüsse aufgewachsen, zeigte Scarlett in den Vermittlungsvideos sehr große Skepsis und Furcht vor Menschen, aber gleichzeitig war sie auch kein Angsthund, der sich panisch verkroch. Scarlett zeigte deutlich, dass sie neugierig auf Menschen ist, aber einfach nicht versteht wie es geht.
Für solche unsicheren Hunde sind Pflegestellen mit souveränen eigenen Hunden, genau das Richtige, also bot ich meine Unterstützung an.
Scarlett reiste an einem warmen Spätsommerabend im Jahr 2025 ein und diese ganze neue bunte Welt musste erstmal verstanden werden. Scarlett war bis auf die Knochen abgemagert, hatte eine große Furcht vor menschlichem Handling und musste ganz langsam und Schritt für Schritt eingewöhnt werden. Aber wie ich es bereits gehofft hatte, konnte sich Scarlett sehr viel von Maggie und Sookie abschauen und ich glaube ohne meine beiden eigenen Hunden, hätte ich so schnell keinen Zugang zu der kleinen Angstmaus gefunden, denn die beiden waren die perfekten Dolmetscher in Sachen "Hund-Mensch / Mensch-Hund".
Die erste Zeit traute sich Scarlett in meiner Anwesenheit nur aus ihrer sicheren Box heraus, wenn sie sich unbeobachtet fühlte. Dann ging sie geduckt durchs Haus auf räuberischen Diebeszug, um alle Sachen zu klauen, die meinen persönlichen Duft tragen, um das Diebesgut stolz erst in ihrer Hausbox zu verstecken oder später im Garten zu verbuddeln. So wurden u. a. Bücher, Socken, die Fernbedienung, aber auch  meine Geldbörse und auch mein Bikini,  Opfer von Scarletts Raubzügen und ich musste gut aufpassen, ob ich die Dinge nur verlegt hatte oder ob das kleine Hundekind sie irgendwo verbuddelt hatte.
Diese Menschenliebe saß dem hübschen Schäferhundmix-Mädchen einfach in den Knochen und nachdem sie Vertrauen zu mir gefasst hatte, genoss` sie ihre Streicheleinheiten sehr.
 Eine große Herausforderung war aber ihr Fremdeln und ihre große Angst vor Umweltreizen. Gerade noch innig in einer Schmuseattacke vereint, reichte es aus, dass sie mich z. B. nach einer Dusche nicht mehr erkannte, weil sich mein Duft dadurch verändert hatte, um in Panik über Tische und Stühle zu springen.  Auch unsere kleinen Spaziergänge waren alles andere als schön für uns beide. Wie ein wilder Mustang windete und sprang Scarlett sich im Geschirr und fand alles außerhalb des Grundstückes fürchterlich. Doppelt und dreifach gesichert, wurde Scarlett von mir vorsichtig durch die Nachbarschaft getragen, damit sie alles kennenlernen konnte, aber ihre Ängste überwiegten ihre Neugierde und ich merkte, dass es mit jedem Versuch schlimmer wurde. Da sich Scarlett aber sehr stark an meine souveränen Althündin Sookie orientierte, nahm ich diese dann zur Unterstützung mit und siehe da: der Stummelschwanz von meiner kleinen Angstmaus ging nach oben und fröhlich, als wenn es nie anders gewesen wäre, spazierte Scarlett fröhlich mit, als wäre es nie anders gewesen. Da hätte ich aber auch gleich drauf kommen können, aber hieran zeigt es sich deutlich, dass man auch als vermeintlich erfahrene Pflegestelle nie genug Erfahrung haben kann und dass jeder Hund im Verhalten einfach einzigartig ist und wir sehr viel vom Einzelnen lernen können.

Scarlett war ca. drei Monate bei mir auf Pflegestelle und entwickelte sich dann rasant schnell. Sie ist ein richtiger Traumhund geworden, der mit den richtigen verständnisvollen Menschen an der Seite und mit viel Training ein unfassbar tolles Potenzial als Begleithund hat.
Scarlett hatte schnell Interessenten gefunden und diese haben sich über Wochen ganz viel Zeit genommen, um die kleine Mutmaus kennenzulernen, erstes Vertrauen zueinander aufzubauen und um sie anschließend zu adoptieren. Scarlett ist jetzt eine Ostfriesin geworden und wurde passend in "Kluntje" umbenannt.
(Anmerkung:  Ein Kluntje ist ein großer, weißer Kandisbrocken, der typischerweise bei der ostfriesischen Teezeremonie verwendet wird, um den Tee langsam und nach und nach zu süßen).

 
Durch Kluntje / Scarlett durfte ich selber sehr viel lernen: 
Über mich, über Menschen, über Hunde und 
ganz viel über Geduld & Vertrauen.
Danke Kluntje. Du bist einzigartig, meine kleine Zaubermaus. 
Ich wünsche dir ein glückliches Leben mit ganz vielen Abenteuern. 

Dezi
kleiner Engel 

 
 Nachdem sich der Tierschutzverein, für den ich bisher als Pflegestelle für Auslandstierschutzhunde (Rumänien) tätig gewesen bin, aufgelöst hatte, war für mich schnell klar, dass hier - gerade in der bitterkalten Winterzeit - der Platz für eine Hundeseele in Not nicht leer bleiben würde.
Ich bot mich also bei dem Tierschutzverein, von dem ich im Jahr 2020 auch meine Sookie aus Ungarn direkt adoptiert hatte, meine Dienste als Pflegestelle an. 
Pünktlich zu Weihnachten ist die kleine Dezi aus Ungarn / Mohács bei mir auf Pflege eingereist. Die kleine Maus ist erst ca. 2 Jahre alt und wurde zusammen mit ihren Leidensgenossen als Gebärmaschine von einem Mann missbraucht und sie musste laufend Welpen produzieren. 
Zum Glück konnte sie von Tierschützern befreit werden und wurde in das öffentliche Tierheim gebracht. Aber auch das ist kein schöner Ort für Hunde, zudem ist es im Winter in Ungarn bitterkalt und die Hunde bekommen oft noch nicht mal etwas Stroh zum wärmen. 
Da bei mir ein warmes Plätzchen frei gewesen ist, durfte die kleine Dezi mit dem letzte Transport im Jahr 2025 ausreisen und erholt sich nun bei mir auf der Pflegestelle von den vergangenen Strapazen. 
Dezi ist ein richtiger "Gute-Laune-Hund" und wickelt alle mit ihrem Charme und ihrem Sanftmut um die Finger. 
Wie immer nehme ich euch in meinen Insta-Stories mit auf die Reise und dort könnt´ ihr auch Dezis tolle Entwicklung mitverfolgen: