Meine Herzensangelegenheit: Seniorenhunde 

Alte Hunde berühren einfach mein Herz. Wer sich einmal in den wissenden Blick eines Seniorhundes verloren hat, weiß wo von ich spreche. So viele Jahre waren sie treu an unserer Seite und haben uns voller Freude begleitet - nun ist die Zeit gekommen,  ihnen etwas zurückzugeben. Ein würdevolles Leben mit der Rücksichtnahme auf die sich verändernden Bedürfnisse des älteren Tieres. 
 
Meine Entscheidung,  einen alten Hund zu adoptieren, hat mein komplettes Leben und Denken verändert.  Ich hatte das große Privileg mit meinem kleinen Dackelmix Fiete viele glückliche Jahre erleben zu dürfen. Fiete ist letztlich im gesegneten Alter von fast 17 Jahren friedlich eingeschlafen. In seinem Gedenken dürfen regelmäßig Tierschutzhunde auf Pflege bei mir einziehen, um ein glückliches Für-Immer-Zuhause zu finden. Als Fiete gestorben ist, habe ich meine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin begonnen - zwei Jahre später - genau an seinem Todestag habe ich meine Abschlussprüfung erfolgreich bestanden. 

Durch Fietes eigene schwere Krankheitsgeschichte, habe ich meine Schwerpunkte u. a. auf Themen wie Darmgesundheit, Unterstützende Ernährung bei Krebserkrankungen, Altersheilkunde und Sterbebegleitung bei Hunden gelegt und freue ich mich, mein Wissen und meine Erfahrung an euch und eure Lieblinge weiterzugeben. 

Übrigens: Große Persönlichkeiten verdienen ein Denkmal und so wurde Fiete in meinem Logo verewigt - Original mit seinem kleinen Halstuch, was er immer getragen hat - genauso wie ihn alle kannten und liebten. 

Ab wann ist mein Hund eigentlich alt?

Je nach Rasse und Haltung altern unsere Hunde unterschiedlich, aber als groben Richtwert kann man sagen, dass kleine Hunderassen ab dem 08. Lebensjahr so langsam in das Seniorenalter rutschen und große Hunderassen ab dem 06. Lebensjahr. 
Ab diesem Alter sollten dann auch regelmäßige geriatrische Vorsorgeuntersuchungen im jährlichen - besser noch im halbjährlichen - Untersuchungsintervall erfolgen, um altersbedingte Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und ggfs. zu behandeln, damit Agilität und Lebensfreude noch viele Jahre Bestand haben.  
Katzen sollten übrigens routinemäßig mit 8-10 Jahren auf Alterskrankheiten untersucht werden. 

Was nimmt Einfluss auf das Altern?

Die Genetik hat einen großen Einfluss auf die Lebenserwartung unseres Hundes. Kleine Rassen wie z. B. Yorkshire-Terrier oder Chihuahuas werden oft 16 Jahre oder sogar noch älter - große Rassen wie die Deutschen Doggen dagegen nur 6 - 10 Jahre. Das liegt daran, dass die großen Rassen schneller altern und auch anfälliger für Krankheiten sind, die durch ihre Größe bedingt werden.

Auch rassetypische Erkrankungen können Auswirkungen auf die Lebensspanne unserer Hunde haben. So werden Dackel aufgrund ihrer Anatomie häufiger Opfer von schmerzhaften Bandscheibenvorfällen und Berner Sennenhunde erkranken aufgrund von Zuchtkriterien wie Größe und Aussehen sehr häufig an bösartigen Krebs. 

Drei maßgebliche Faktoren für ein langes und gesundes Hundeleben können aber tatsächlich wir selber stark beeinflussen, nämlich 

Ernährung, Haltung & Pflege.

Mit der Ernährung können wir vom Welpenalter an sehr viel Einfluss auf die Lebenserwartung unserer Fellfreunde nehmen. Schon in jungen Jahren sollte z. B. tunlichst Übergewicht vermieden werden, um möglichst Folgeerkrankungen im Alter wie Diabetes oder schmerzhafte Gelenkveränderungen zu vermeiden. Mit zunehmen Alter verlangsamen sich zudem die Verdauungsprozesse was zu Durchfällen oder Verstopfungen führen kann.  Die Leber und die Nieren benötigen oft zusätzliche Unterstützung und Entlastung, da diese ihre Leistungsfähigkeit verlieren. Bindegewebshaltige Kauartikel sollten dann nur noch selten gefüttert werden, da diese in der Verdauung die Organe belasten.
 Mit einer individuell angepassten Ernährung und ggfs. unterstützenden Supplementen können Alterungsprozesse verlangsamt bzw. die Symptome von Alterungserkrankungen abgemildert werden.

Regelmäßige Spaziergänge sind gerade für unsere Senioren Pflicht. Selbstverständlich sollen sie niemals überfordert werden. Wenn sich der Hund zunehmend zurückfallen lässt und nur noch lustlos hinterhertrottet, sollte man sich darüber Gedanken machen, wie man die Ausflüge altersgerecht gestalten kann (bitte immer tierärztlich abklären lassen, ob das Tier unter Schmerzen, wie z. B. Arthrose, leidet). Anstatt täglich eine große Hunderunde, sollten lieber mehrere kleine Runden am Tag eingeplant werden. Bitte lasst eure alten Hunde niemals im Garten oder zuhause alleine "versauern", nur weil ihr denkt, dass sie eh nicht mehr mithalten können. Bewegung und fremde Gerüche wahrnehmen sind sehr wichtig für Geist und Körper und halten fit und gerade alten Hunden ist es sehr wichtig, noch dabei sein zu dürfen. Mittlerweile bietet der Markt auch eine Vielzahl von Fahrradanhängern und Buggys für jede Größe an, so dass auch der Senior bei  größeren Touren dabei sein kann, um auch noch im hohen Alter Abenteuer erleben zu dürfen, wie z. B. am Strand oder im Wald. 

Jeder Hund sollte ein schönes Körbchen zuhause haben. Aber gerade wenn die ersten Zipperlein einziehen und der eine oder andere Knochen anfängt zu knacken, bietet ein vernünftiges orthopädisches Hundebett gerade bei den größeren Hunden Unterstützung für die Gelenke und somit einen zufriedenen Schlaf. Da im Alter bei dem einen oder anderen auch die Blasenfunktion etwas nachlassen kann, sollte schon bei der Anschaffung unbedingt darauf geachtet werden, dass der Bezug einfach abzunehmen und zu waschen ist und dass der Kern wasserfest ist. 

Große Sprünge überlassen wir nun auch gerne dem jungen Gemüse. 

Abschied nehmen vom geliebten Haustier

Jedes Lebewesen, egal, ob Mensch, Tier oder Pflanze, unterliegt dem Gesetz der Natur: "Alles was lebt, muss irgendwann auch sterben."
Geburt, Wachstum, Alterung und Tod sind Teil des natürlichen Kreislaufs. Das Leben beginnt mit dem Einatmen und endet mit dem Ausatmen.


Wenn sich das geliebte Haustier auf seine letzte Reise vorbereitet und wir den nahenden Abschied spüren,  ist das für uns Menschen emotional meist nur schwer zu begreifen, bzw. zuweilen sogar traumatisch. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein hochbetagtes Tier, welches ein langes Leben voller Liebe & Glück erleben durfte oder ein noch Jüngeres, welches z. B. durch eine schwere Krankheit diese Welt schon wieder verlassen muss.

Und so groß unsere Angst vor der Trauer und vor dem Leben "danach" - ein Leben ohne das geliebte Tier - auch sein mag, müssen wir verstehen, dass das Sterben ein natürlicher Prozess ist - genauso wie die Geburt.

Um dem Tier einen sanften Übergang in die neue Welt zu ermöglichen, gibt es eine Vielzahl von unterstützenden ganzheitlichen Methoden, die ganz individuell auf die Bedürfnisse Ihres Tieres eingesetzt werden können, wie z. B. Aroma- und Lichttherapie, Homöopathie oder auch Bachblüten.




Die Zeit danach ....

Wenn Dein Tier gegangen ist, beginnt für dich der sehr emotionale Prozess der Trauer. Der Verlust vom geliebten Tier ist für viele nur schwer zu ertragen. Nun heißt es den Alltag neu zu strukturieren und anders lernen zu leben - ohne die geliebte Fellnase an der Seite. 

Trauer um das Haustier ist leider gesellschaftlich noch viel zu wenig anerkannt. Verständnislose Sprüche wie "Es war doch nur Tier" oder "Du wusstest doch, dass das passieren wird." zeugen leider von wenig Empathie und schmerzen den Trauernden im Herzen, der nur selber weiß, wie groß der Verlust wirklich ist. Viele isolieren sich in der Trauerzeit und fressen den Schmerz förmlich in sich rein.
 
 Findest Du in deiner Familie und bei deinen Freunden nicht die notwendige Unterstützung, nimm´ es Ihnen nicht übel. Sie haben selber wahrscheinlich noch nie selber erleben dürfen, was für ein großartiges Band zwei Lebewesen miteinander verbinden kann und wie rein und pur diese Liebe gewesen ist. 

 Du musst diesen Weg aber nicht alleine gehen. Ich unterstütze Dich in Deiner Trauerphase und schenke Dir mein offenes Ohr und gebe Dir in gemeinsamen Gesprächen Zeit, den großen Verlust zu verarbeiten, so dass irgendwann dir die Erinnerungen ein Lächeln ins Gesicht zaubern werden und weniger Tränen.