Blaukorn & Co. 
Die versteckte Gefahr in unseren Gärten

Unser allmorgendlicher Bummelspaziergang vor dem Frühstück. Sookie und ich schlendern entspannt vor uns hin und Fiete, der kleine Macho, schnuppert hinter uns ausführlich an allen neuen Markierungen, die von seinen Hundenachbarn gesetzt worden sind und kommt dann irgendwann hinter uns hergehoppelt. Irgendwann bleibt er bei einem Blumenbeet stehen, dass direkt an den Weg grenzt und schnuppert hingebungsvoll an einer Blume. Eigentlich an sich ein schönes Bild, wenn ich nicht sehen würde, dass Fiete mit seinen kleinen haarigen Hobbit-Pfoten in einem Meer von kleinen blauen Kügelchen steht: 

Blaukorn – Gärtners Lieblingsdünger für ein sattes Arrangement im Blumenbeet. 
Was dem einen Freud bedeutet, kann großes Leid beim anderen nach sich ziehen, denn mein der kleine Bär hatte sich vor Jahren eine schwere Blaukorn-Vergiftung zugezogen, die ich selber nicht sofort als solche erkennen konnte. Aber nachdem seine plötzlichen Brech- und Durchfallattacken am Abend immer schlimmer wurden, konnte nur durch einen tierärztlichen Notdienst und einer zweitägigen Infusion sein Leben zum Glück gerettet werden. 

Es ist leider ist nicht allen Tier- aber auch Gartenbesitzern bekannt, dass der farbige Mineraldünger tödlich für unsere Haustiere,  aber auch für viele unserer heimischen Wildtiere, sein kann. Die Hersteller von Agrarchemie behaupten zwar, dass Mineraldünger – hierzu gehören auch Gelbkorn und Rotkorn - richtig angewendet, also hochgradig verdünnt und fein über die Beete verteilt, keine gesundheitlichen Schäden bei Tieren verursacht, aber leider entspricht dies nicht der Wahrheit. Denn für unsere Tiere ist dieser Dünger, der u. a. aus Nitrat, Phosphat & Kaliumsalz besteht hochgiftig. 

Unsere Lieblinge sind zum einen dadurch gefährdet, dass sie die blauen Kügelchen direkt aufnehmen oder sie sich nach dem Spaziergang aus dem Fell, z. B.  an den Pfoten lecken. So können sich ganze Blaukorn-Kügelchen zwischen den Ballen einklemmen und vom Hund mitgetragen werden. Der Hund nimmt somit den Dünger erst viel später als nach dem eigentlichen Erstkontakt auf, so dass bei plötzlich auftretenden Vergiftungserscheinungen manchmal gar keine Verbindung zum Blaukorn hergestellt werden kann. Dies kann bei einem Notfall die tierärztliche Diagnose erschweren.

Tückischerweise kann sich das Düngemittel auch nach einem Regenschauer in Pfützen auflösen und ist somit nicht mehr sichtbar. So geraten auch unsere Igel oder Wildvögel, aber auch Hauskatzen auf ihren Streifzügen, in große Gefahr, sich durch die Flüssigkeitsaufnahme aus Pfützen zu vergiften. 

Gerade wegen der direkten Vergiftungsgefahr sollten auch Familien mit Kindern die Finger vom Blaukorn lassen. Denn auch wenn Kinder an den blauen Kügelchen naschen, kann es gefährlich werden. Die Wirkung von Stickstoff, Kalium und Phosphor kann je nach Menge bei Mensch und Tier zu Übelkeit und Erbrechen bis hin zu blutigen Durchfall und Kreislaufversagen führen. 

 

Wenn Du befürchtest, dass sich Dein Hund mit Blaudünger (oder anderen schädlichen Substanzen) vergiftet haben könnte, kann ich Dir die Seite www.erste-hilfe-beim-hund.de sehr an´s Herz legen. Hier wird ausführlich auf die ersten Anzeichen einer möglichen Vergiftung hingewiesen und wie man sich am besten im Ernstfall verhält.

11.07.2021