Hilfe! Futtermilben!


Heutzutage leiden unzählige Hunde und Katzen unter einer Futtermilbenallergie. Typische Anzeichen sind starker Juckreiz, Hautentzündungen, wunde Stellen, Haarverlust und Magen-Darm-Probleme. Meistens reagieren betroffene Tiere auch auf Hausstaub- und Grasmilben. Für betroffene Tiere, aber auch für ihre Halter, bedeuten diese Allergieformen einen enormen Leidensdruck, dem unbedingt Abhilfe geschafft werden muss.
 
Was sind Futtermilben?
Futtermilben (oder auch Vorratsmilben genannt) sind Spinnenartige kleine Tierchen, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Einen starken Befall von Futtermilben im Tierfutter (vor allem Trockenfutter ist hiervon betroffen) erkennt man daran, dass sich am Boden des Vorratsbehälters bräunlicher Milbenstaub gebildet hat. Außerdem nimmt das Trockenfutter einen minzigen Geruch an. Futtermilben sind äußerst widerstandsfähig und auch in unserem Hausstaub verbreitet. Abgetötet können diese Milben durch Temperaturen über 60°C (z. B. in der Waschmaschine) oder wenn sie mehrtägig eingefroren werden.

Wodurch entsteht eine Futtermilbenallergie?
Das Immunsystem des betroffenen Tieres reagiert sowohl auf die Milben selber, aber auch auf den Milbenkot, mit einer Überreaktion. Die typischen Reaktionen wie Juckreiz und Hautentzündungen lassen meist erst auf eine Nahrungsmittel-unverträglichkeit gegen bestimmte Futterproteine schließen. Durch einen Prick- oder Bluttest kann der Tierarzt aber relativ schnell eine Futtermilben-allergie diagnostizieren. Eine Futtermilbenallergie ist meist kombiniert mit einer Hausstauballergie und/oder Grasmilbenallergie.
 
Wie kommen die Milben in das Futter?

Es gibt drei bekannte Wege wie Futtermilben das Futter kontaminieren können.
1. Bereits die Rohstoffe des zu verarbeitenden Futters können mit den Futtermilben belastet sein, wie z. B. Getreide.
2. Beim Verarbeiten des Futters oder beim Abfüllen besteht die Möglichkeit, dass bereits Milben mit in das Futter gelangen, wenn die Anlage bereits durch Mehl- oder Staubreste mit diesen verunreinigt ist.
3. Die größte Gefahr, dass eigene Tierfutter mit den Milben zu belasten, besteht aber bei der Lagerung zuhause. Umso länger das Trockenfutter gelagert wird, umso höher ist die Belastung. Ist das Futter z. B. nicht luftdicht verschlossen, sondern wird im offenen Futtersack verwahrt, geht die Besiedelung rasant. 

Vorbeugende Maßnahmen gegen Futtermilben

Je kürzer die Lagerzeiten des Trockenfutters bei sich zuhause sind, umso weniger laufen Sie Gefahr, dass das Futter von Milben befallen wird. Es empfiehlt sich daher lieber öfters kleine Futtersäcke zu kaufen, als alle paar Wochen einen großen. Alternativ können Sie einen Teil des Futters einfrieren. Hier ist aber Vorsicht geboten, denn das einfrieren verhindert zwar ein Ausbreiten der Futtermilben, aber ist das Futter bereits vor dem Einfrieren verseucht, können auch die wieder aufgetauten Bestandteile der Milben heftige allergische Reaktionen hervorrufen. Weiter empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  • Verwahren Sie das Futter in luftdicht verschlossene Behälter
  • Den Vorratsbehälter nur kurz zur Entnahme öffnen.  Zum Dosieren verwenden Sie am besten einen abgewaschenen Becher, Löffel etc. 
  • Den leeren Vorratsbehälter regelmäßig heiß reinigen.
  • Futtermilben sind auch auf menschlichen Nahrungsmitteln, wie z. B. Mehl zu finden. Lagern Sie das Tierfutter am besten getrennt von Ihren Vorräten. 
  • Futtermilben füllen sich auch überaus wohl in Hausstaub. Daher sollte das Futter auch nicht in der Nähe von Polstermöbeln, wie z. B. Sofa, Hundeplätzen, Betten usw. gelagert werden.
  • Auch in Heu und Stroh tummeln sich gerne Futtermilben. Eine Lagerung vom Futter für Tiere die allergisch reagieren, sollte daher möglichst nicht im Stall erfolgen. 


Mein Tier hat bereits eine Futtermilbenallergie, wie kann ich ihm helfen?
 

Wenn Ihr Haustier akut unter einer Futtermilbenallergie leidet, gibt es einiges womit Sie in der Haltung Abhilfe schaffen können. Da, wie bereits erläutert,  Haustiere mit einer Futtermilbenallergie auch häufig eine Hausstaubmilbenallergie haben und dazu Hausstaub ein wahrer Tummelplatz für Milben ist, sollten betroffene Tiere auch möglichst wenig Kontakt zu Hausstaub haben.  Weitere Maßnahmen sind:  

  • Die häusliche Umgebung mit einem Milbenspray behandeln (natürlich nicht das Futter!) 
  • Die Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen sollte nicht über 50% betragen
  • Quartieren Sie Ihr Tier beim staubsaugen bitte aus. In der umherwirbelnden Luft fliegen unzählige Hausstaubpartikel durch die Luft, die sich ggfs. im Fell Ihres Lieblings festsetzen. 
  • Auch wenn es schwerfällt, lassen Sie Ihr Tier möglichst nicht mit im Schlafzimmer ruhen, da gerade im Bettzeug und in den Matratzen sehr viele Milben leben. 
  • Möglichst wöchentlich die Hundedecken, Katzenkörbe und weitere Liegefläche bei 60° C reinigen. 
  • Eine Umstellung von Trocken- auf Feuchtfutter oder BARF ist empfehlenswert, da sich hierdurch das Risiko in den Kontakt mit Futtermilben stark verringert.